Glossar

Unser kleines Textil-ABC haben wir für Sie zusammengestellt.
Wissenswertes rund um Textilien und ihre Verabeitung finden Sie hier:

Ausrüstung Allgemein

Ausrüstung ist die Veränderung von Rohmaterialien zur Veränderung Ihrer Trageeigenschaften. Ausrüstung wird in chemische und mechanische Ausrüstung unterschieden. Der Verzicht auf Ausrüstung bedeutet, dass am Ausgangsmaterial keine Bearbeitung, weder chemisch noch mechanisch stattgefunden hat.

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Ausrüstung (chemisch)

Bei der chemischen Ausrüstung werden Eigenschaften der textilen Faser bzw. des Gewebes verändert. Dazu gehören die Trage- und Pflegeeigenschaften, die Haltbarkeit und das Aussehen von Textilfasern. Durch den Einsatz von Chemikalien werden z.B. Imprägnierungen, Pflegeleichtausrüstung, Mottenechtausrüstung u.s.w. erreicht

Ausrüstung (mechanisch)

Bei der mechanischen Ausrüstung wird die Oberfläche von Textilien durch Einsatz von Druck, Wasser und Hitze verändert. Für die mechanische Ausrüstung werden keine Chemikalien eingesetzt. Beispiele für mechanische Ausrüstung sind: Schleifen, Scheren, Aufrauen, Prägen, usw.

Baumwolle

Baumwolle ist einer der bedeutendsten Textilrohstoffe der Welt. Er nimmt einen Anteil von 50-60% an der gesamten Textilproduktion ein. Die Baumwollpflanze wächst in tropischen bis subtropischen Klimazonen der Erde. Die Hauptanbauländer sind China, Rußland, Indien, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, die USA und Argentinien. Die Kapselfrüchte der Pflanze platzen auf und es quellen weiße bis gelbliche Samenhaare der Baumwollfrucht heraus. Die Samenhaare werden nach Ihrer Ernte zu Baumwollgarn versponnen.
Die Baumwollpflanze gehört zur Gattung der Malvengewächse. Der Baumwollstrauch wird bis zu 6m hoch. Sie blüht meist in weiß, gelb bis rosa. Die angebauten Sorten unterscheiden sich durch Ausbildung langer Samenhaare von den Wildarten.

Baumwolle kann bis zu 20% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Die Feuchtigkeit findet in einem Hohlraum in der Faser statt, dem Lumen. Kommt Feuchtigkeit in das Lumen, werden die äußeren Schichten der Baumwolle gegeneinander gepresst und somit erhöht sich die Reißfestigkeit der Baumwolle im nassen Zustand. Die Stapellänge ist das wichtigste Qualitätskriterium für Baumwolle. Sie kann zwischen 10mm - 60mm liegen. Versponnen werden Fasern mit einer Stapellänge von 10mm. Baumwolle wird in Textilien sowohl zu 100% als auch in Mischungen verwandt.

Wir bieten Ihnen in unseren Produkten vorwiegend Baumwolle in k.b.A.-Qualität an (kontrolliert biologischer Anbau).

Bleichen

Für reinweiße Textilien ist das Bleichen der Rohware erforderlich. Bei dem Bleichen werden die natürlichen Farbstoffe auf allen Textilfasern mit verschiedenen Chemikalien entfernt und damit der Weißgrad erhöht. Bei der Baumwolle ist das Bleichen zur Vorbehandlung unverzichtbar. Gebleicht wird mit oxidativen Bleichmitteln, wie Natrium - Hypochlorid, oder Peroxidverbindungen. Durch die Oxidation werden die Naturfarbstoffe in farblose, wasserlösliche Verbindungen umgewandelt, die dann ausgespült werden können. Das Bleichen muss allerdings sehr schonend vorgenommen werden, da das Fasergefüge beschädigt oder zerstört werden kann. Gebleicht werden kann die Flocke, das Garn, der Kettenbaum oder der Stoff. Zu den häufigsten Bleichmethoden zählen die Oxidation und die Reduktion. Das Entbasten der Naturseide hat die Wirkung einer Bleiche. Durch vorheriges Abkochen ist der Einsatz der Chemikalien sehr gering und daher auch umweltfreundlicher.

Bouretteseide

Nachdem aus den Kokons der Seidenraupen die Schmetterlinge geschlüpft sind, werden die kurzen Faserteile der innersten und äußersten Umhüllung des Kokons zusammen mit den Seidenfaserabfällen im Schappespinnverfahren zur Bouretteseide verarbeitet.

Charakteristisch für die Bouretteseide ist eine noppige, wenig glänzende Optik sowie der typische Geruch.

EKO-Qualitätssiegel

Das EKO-Qualitätssiegel im Label ist für den Verbraucher eine Garantie für ein natürliches und umweltfreundlich hergestelltes Baumwollprodukt. Nur bei Produkten, die das Qualitätssiegel EKO tragen, können Sie sicher sein, dass der gesamte Lebenslauf der Baumwolle nach konsequenten ökologischen Gesichtspunkten verläuft.

Filz/ Filzen

Filz ist ein Vliesstoff meist aus Wolle. Nassfilzen oder Walken des ungebundenen Vlies mit warmem Wasser und Seife ist die traditionelle, handwerkliche Verarbeitung der Wolle. In Kombination mit warmem Wasser und Seife stellt sich die oberste Schuppenschicht auf. Gleichzeitig durchgeführtes Walken bewirkt ein gegenseitiges Durchdringen der einzelnen Fasern. Die aufgestellten Schuppen verkeilen sich so stark ineinander, dass sie nicht mehr zu lösen sind. Das Werkstück schrumpft dabei stark und es ergibt sich ein fester Stoff. Die endgültige Form kann dabei nahtlos aus einem Stück herausgearbeitet werden.

Imprägnieren

Unter Imprägnierung versteht man das Beschichten von Textiloberflächen. Bei Naturbekleidung wird diese Beschichtung mit Paraffinwachsen vorgenommen.

Durch die glatte Oberfläche werden die beschichteten Textilien schmutz-und wasserabweisend.

k.b.A. Kontrolliert biologischer Anbau

Die Bezeichnung k.b.A. kontrolliert biologischer Anbau bezieht bei Bekleidung hauptsächlich auf den Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle. Die k.b.A.-Baumwolle trägt auch den Namen "Organic Cotton" Kunstdünger, Pestizide und Entlaubungsmittel sind absolut tabu und auch bei der Weiterverarbeitung und Herstellung des Endprodukts werden keine umweltschädlichen Hilfsmittel und Verfahren eingesetzt. Die Baumwollpflanze wird sogar immer in bestimmten Abständen einer Fruchtfolge eingesetzt. Dadurch bleibt der natürliche Kreislauf und das biologische Gleichgewicht erhalten.

Aus ökologischer Sicht ist k.b.A. die beste Qualität, dabei 100% ökologisch korrekt.

k.b.T. kontrolliert biologische Tierhaltung

Diese Bezeichnung k.b.T bezieht sich nicht nur auf biologische Haltung und Fütterung die Tiere, sondern auch auf den pestizidfreien Boden, auf dem die Tiere weiden. Hauptsächlich Produkte aus Wolle (Schurwolle, Filz) und Seide tragen das ökologisch einwandfreie Gütesiegel k.b.T.

Leinen

Aus dem Stängel der Flachspflanzen wird Leinen gewonnen. Die Höhe der verwendeten Pflanzen liegen zwischen 80cm - 120cm. Flachs wächst am besten im gemäßigtem Seeklima. Die Pflanzen werden beim Raufen, der Ernte, mit Wurzeln herausgerissen, damit die Stängel lang bleiben. Der getrocknete Flachstängel wird von der Fruchtkapsel und den Leinsamen getrennt. Beim sogenannten Riffeln wird der Planzenleim im Innern der Stängel zerstört. Damit lassen sich die Faserbündel leichter lösen. Hierzu wird der Flachs einige Tage in warmen Wasser aufgeweicht. Anschließend werden die Stängel im Heißluftofen getrocknet. Danach werden die Flachsfasern endgültig aus dem Stängel herausgelöst. Dazu werden die Stängel gebrochen und die Holzbestandsteile durch Schwingen separiert. Dabei wird Langflachs (45cm - 90cm) und Schwingwerk (10cm - 25cm) gewonnen. - Beim Hecheln werden verspinnbare Faserbündel durch Auskämmen des Bastes gewonnen. Holzteilchen & Kurzfasern werden so von den Fasern getrennt. Dabei wird Hechelflachs und als Nebenprodukt Hechelwerk erzielt.

Die Leinenfasern weisen Faserverdickungen auf. Aus diesem Grund ist die Scheuerfestigkeit sehr gering. Aufgrund der inneren Struktur ist Leinen dafür aber sehr reißfest. Der Pflanzenleim sorgt bei Bekleidung aus Leinen dafür, dass die Feuchtigkeit schnell aufgenommen und weitergeleitet wird. Leinen wirkt kühlend auf der Haut.

Öko-Tex Standard 100

Der Öko-Tex Standard 100 wurde 1992 entwickelt und ist ein weltweit anerkanntes Prüf- und Zertifizierungssystem, das dem Verbraucher zuverlässig signalisiert, dass die mit dem Label versehenen Textilprodukte hinsichtlich möglicher Schadstoff-belastungen gesundheitlich unbedenklich sind. Und zwar ohne Abstriche an Funktionalität, Pflegbarkeit oder modisches Aussehen. Der Öko-Tex Standard 100 wird von der Internationalen Gemeinschaft Öko-Tex, einem Zusammenschluss von 15 autorisierten Prüfinstituten mit Vertretungen in mehr als 30 Ländern, gemeinsam getragen. Der den Schadstoffprüfungen zugrunde liegende Kriterienkatalog beruht auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird permanent weiterentwickelt, so dass hinsichtlich der humanökologischen Sicherheit Jahr für Jahr weitreichendere Anforderungen an die geprüften Textilien gestellt werden. Die Prüfkriterien und die dazugehörigen Prüfmethoden sind international standardisiert und dienen als Orientierung in zahlreichen Einkaufs- und Lieferbedingungen bis hin zum Handel.

Seide

Seide ist eine feine Textilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Sie ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlos-Faser. Nach Art der Gewinnung unterscheidet man zwischen Maulbeerseide, die sich aus der Zucht von Raupen ergibt, die sich von den Blättern des Maulbeerbaums ernähren, und Wildseide, für deren Gewinnung die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge verwendet werden. Bei der Gewinnung von Maulbeerseide werden die Raupen durch das Eintauchen des Kokons in kochendes Wasser oder über Wasserdampf getötet, danach kann der Seidenfaden, bestehend aus der Eiweißsubstanz Fibroin, abgewickelt werden. Durch den langen Seidenfaden kann eine glatte Textiloberfläche entstehen. Bei der Tussahseide hingegen lassen sich, da der geschlüpfte Schmetterling ein Loch im Kokon hinterlässt, nur kurze Fäden gewinnen - Wildseidengewebe hat dadurch eine charakteristisch unregelmäßig-noppige Oberfläche, die durch Fadenverdickungen entsteht. Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme. Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern. Seide neigt wenig zum Knittern. Auf Seidenstoffen werden besonders brillante Farben erzielt. Empfindlich ist Seide gegenüber hohen Temperaturen, Abrieb und Wasserflecken. Bei intensiver Lichteinstrahlung verblassen die Farben und die Seide vergilbt.

SKAL

SKAL ist eine internationale, unabhängige Kontrollstelle für ökologischen Landbau. Von dieser Kontrollstelle werden z.B. das EKO-Qualitätsiegel vergeben, wenn festgelegte Kriterien erfüllt werden. Die Erzeugung der Naturfasern muss auf Dauerhaftigkeit angelegt sein. Das Einbringen umweltschädlicher Substanzen in Naturkreisläufe ist während des gesamten Produktionsprozesses zu vermeiden. Das Endprodukt soll gänzlich rückstands- und schadstofffrei sein.

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